Ich finde solche Verbindungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, immer wieder interessant ... ein Glasperlenspiel ...

 

Das NLP (ja, ich weiß, nicht alles Gold, wissenschaftlich nicht so sauber, ethisch in manchem problematisch ...) verfügt ja seit Anbeginn über das sogenannte Meta-Modell der Sprache (Banler, Grinder: Struktur der Magie 1).

Darin unterscheiden sie zwischen verschiedenen Möglichkeiten, Unvollständigkeiten des Denkens, die sich in Sprache äußern, aufzuzeigen. Mit Fragen kann man dann diese "Löcher" Stück für Stück schließen.

 

Die drei großen Bereiche:

  • Tilgungen - eine Info fehlt / wird ausgeblendet
  • Generalisation - etwas wird verallgemeinert
  • Verzerrung - ich würde sagen: "unsauberes Denken" - es wird psycho-logisch, emotional, aber eben nicht "logisch" (aber eben prä-logisch) gedacht.

 

Die einzelnen Bereiche:

Tilgungen:

  • Einfache Tilgung: "Ich freue mich" (worüber?); "Ich fürchte mich" (Wovor?), "Er hat kein Gefühl" (wofür?); in der Regel fehlt ein Objekt des Satzes
  • Vergleichstilgung: "Sie ist schöner"  (als?); "Er ist kleiner" (als?); "Ich bin der Beste" (von welcher Gruppe, in bezug auf welche Eigenschaft?)

  • Unspezifisches Verb: "Er stört mich beim …" (wie genau?); "Sie verletzt ihn" (womit / wodurch; welche Art der Verletzung?)

  • Unspezifischer Bezugsindex: „Leute haben Probleme" (Wer genau?); "Sie mögen mich nicht" (Wer genau?)

  • Nominalisation: "Er macht mir Ärger" (Wie genau macht er dich ärgerlich?)

Generalisation:

  • Universalquantoren: „Alle hassen mich" [nie, immer, niemand, …] (wirklich alle / nie / immer / niemand?)
  • Modaloperator der Notwendigkeit: "Ich muß gehen" (Warum musst du? Wer oder was as zwingt dich? Was würde geschehen, wenn nicht?)
  • Modaloperator der Möglichkeit: "Ich sollte arbeiten" [könnte, dürfte] (Was würde geschehen, wenn [nicht]? Wer sagt das? ...)

Verzerrung:

  • Verlorener Performativ: "Es ist schlecht, …" [gut, richtig] (Für wen? Wer sagt das? Woher weißt du das?)
  • Gedankenlesen: "Du liebst mich nicht" (Woher weißt du das? Woran merkst du das?)
  • Ursache-Wirkung: "Du machst mich traurig" (Wie verursacht mein Tun, daß du dich entscheidest, dich traurig zu fühlen?)
  • Komplexe Äquivalenz: "Du kritisierst mich; du liebst mich nicht" (Du meinst, wenn man jemand liebt, darf man ihn / sie nicht kritisieren?)

 

Es gibt sicher noch andere / bessere Aufstellungen des Meta-Modells. Und wir sind uns sicher auch einig, dass die Fragen, die hier gestellt werden, zwar "logisch" richtig sind, aber nicht unbedingt immer die bestehen Coaching-Fragen sind ... da würden wir manchmel wohl behutsamer / um die Ecke etc. fragen ... 

Worum es mir ging ist, das Meta-Modell mit seiner Logik darzustellen und jetzt den 28 Denk-Mustern nach Laske gegenüber zu stellen.

 

Tilgungen:

  • Einfache Tilgung: "Ich freue mich" (worüber?): Meist wohl eine Frage im Quadrant "Beziehung"
  • Vergleichstilgung: "Sie ist schöner"  (als?); je nach Sichtweise: Ist die Vergleichsmenge "Hintergrund" - also Kontext - oder geht es auch um das Verhältnis zum anderen - Beziehung

  • Unspezifisches Verb: "Er stört mich beim …" (wie genau?); Wir fragen nach der Qualität des Prozesses, ev nach einem Muster der Interaktion (Denk-Muster 4)

  • Unspezifischer Bezugsindex: „Leute haben Probleme" (Wer genau?); Wir fragen nach der Qualität des Prozesses; man könnte sagen: Das Nachfragen bringt Wissen zutage, das eine Leerstelle füllt ... (Denk-Muster 5)

  • Nominalisation: "Er macht mir Ärger" (Wie genau macht er dich ärgerlich?): Das lässt sich recht eindeutig dem Denk-Muster 6 zuordnen: Verflüssigen von susbstantivierten Prozessen 

Generalisation:

  • Universalquantoren: „Alle hassen mich" [nie, immer, niemand, …] (wirklich alle / nie / immer / niemand?): Wieder eine Leerstelle, die zu füllen ist - Denk-Muster 5
  • Modaloperator der Notwendigkeit: "Ich muß gehen" (Warum musst du? Wer oder was as zwingt dich? Was würde geschehen, wenn nicht?): Hier gibt es vielleicht einen größeren Prozess, der ein Muss definiert (Denk-Muster 7), einen Kontext, der zu berücksichtigen ist oder Beziehungen, die ein subjektiven / objektives Müssen nahelegen. 
  • Modaloperator der Möglichkeit: "Ich sollte arbeiten" [könnte, dürfte] (Was würde geschehen, wenn [nicht]? Wer sagt das? ...): Gleich wie zuvor

Verzerrung:

  • Verlorener Performativ: "Es ist schlecht, …" [gut, richtig] (Für wen? Wer sagt das? Woher weißt du das?): Hier könnten wir Denk-Muster 13 vermuten: Bedeutungs-Rahmen: Nach welcher Logik ist es schlecht / gut / richtig ...?
  • Gedankenlesen: "Du liebst mich nicht" (Woher weißt du das? Woran merkst du das?): Einerseits würden wir hier wohl nach dem Muster in der Beziehung fragen (Denk-Muster 20), zum anderen könnten wir mit etwas Phantasie an Denk-Muster 22 denken: Grenzen der Stabilität: Was braucht es, dass eine Person den Eindruck bekommt, dass die Liebe wankt ...
  • Ursache-Wirkung: "Du machst mich traurig" (Wie verursacht mein Tun, daß du dich entscheidest, dich traurig zu fühlen?): Wir schauen auf den Prozess - wie geht das: traurig werden und bleiben - und wie geht das: jemand dazu bringen, dass es traurig wird - und damit auf das Muster der Interaktion - Denk-Muster 4
  • Komplexe Äquivalenz: "Du kritisierst mich; du liebst mich nicht" (Du meinst, wenn man jemand liebt, darf man ihn / sie nicht kritisieren?): Hier können wir wieder nach dem Bedeutungsrahmen fragen, der hier sichtbar wird (Denk-Muster 13)

 

Einschätzung:

Ich habe damals (1996) das Meta-Modell für ein wunderbares Werkzeug gehalten und habe es eine Zeitlang wohl so unbeherrscht eingesetzt, dass mich jemand nur halb im Scherz "Meta-Modell-Monster" genannt hat.

Auch heute gebe ich es gerne Menschen in die Hand, die dabei sind, ihre formal-operative Stufe (Achiever, Orange, ...) vollständig auszubilden.

Mit Blick auf die Denk-Muster sieht man jedoch rasch, dass es 2 Stufen flacher ist: Es schaut "nur" auf die Grammatik: Für integrale Schlitzohren wäre es ein leichtes, im Rahmen des Meta-Modells vollständig zu formulieren - und doch Wesentliches zu vergessen: Die systemischen Grundbrillen, dass "alles fließt", "alles vor einem Kontext" passiert und "alles verbunden ist" sind nicht ins Modell integriert (das wäre 1 Stufe tiefer). Und natürlich fehlt auch das dialektische Denken, dass sich Systeme höher / tiefer / ... entwickeln, dabei jeweils "Anderes" integrieren, dass wir Holons in größeren Holons denken und dass es möglich ist, sich transformierende Systeme zu vergleichen und zu bewerten (was ich gerade tue ...).

Also: Nochmals herzlichen Dank an Bandler und Grinder - super Werkzeug - für die formal-operative Stufe ... und wenn wir das "drauf haben", können wir weiter schreiten ...

4quadranten logo

 

Fokus auf die Struktur des Denkens

  • Die meisten Modelle und Theorien befassen sich mit Inhalt: WAS wird gedacht?
  • Die Denk-Muster / Dialectical Thought-Forms fokussieren die Frage: WIE wird gedacht?
  • Die Denk-Muster können verwendet werden, um die Welt, sich und andere besser zu verstehen. Aber auch als „Öffner“ des Denkens wirken sie kleine Wunder.

  • Die 28 Denk-Muster sind 4 Quadranten zugeteilt:
  1. Prozess: Wird etwas nur als stabil wahrgenommen oder wird berücksichtigt, dass sich alles immer auch bewegt?
  2. Kontext: Wird etwas für sich getrennt dargestellt oder die Bedeutung im Kontrast mit dem Kontext einbezogen?
  3. Beziehung: Werden Dinge nur als voneinander getrennt formuliert oder wird der „common ground“ von beiden mitgedacht?
  4. Transformation – hier werden die Denk-Muster aller anderen Quadranten zusammen gebracht: Werden Systeme wahrgenommen als werdend?

Quadrant Prozess:

1. alles fließt unaufhörlich
2. Hereinnehmen von Nicht-A
3. Gegensätze, die A gebildet haben
4. Muster von Interaktionen
5. der Wissensprozess füllt Leerstellen
6. Verflüssigen von substantivierten Prozessen
7. Prozess ist Teil von größeren Prozessen

Quadrant Kontext:

8. A als Teil von größeren Kontexten
9. das Gleichgewicht des Größeren Ganzen
10. Strukturen des Systems
11. Hierarchien in Systemen
12. die Stabilität des Systems
13. Bedeutungs-Rahmen
14. multiple Kontexte

Quadrant Beziehung:

15. getrennt und untrennbar
16. in Beziehung setzen
17. keine isolierten Einheiten
18. Verbindungen zwischen Wertungs-Systemen
19. Strukturen in Beziehungen
20. Muster in Beziehungen
21. Konstitutive Beziehungen

Quadrant Transformation

22. Grenzen der Stabilität
23. Wert des Konflikts
24. Entwicklungs-Potential
25. Transformierende Systeme bewerten und vergleichen
26. Koordination von Systemen
27. Offenheit und Selbsttransformation
28. Integration von Perspektiven

Diese Sammlung fußt auf dem sogenannten "Manual of Dialectical Thought Forms" von Otto Laske. Es ist Teil seines Buches "Measuring Hidden Dimensions of Human Systems: Foundations of Requsite Organisations".

mhd2 book

Zu beziehen als Buch oder PDF auf der Website seines Interdevelopmental Institute unter: http://interdevelopmentals.org/product/measuring-hidden-dimensions-volume-2-e-book-pdf/

 

Mittlerweile hat er ein weiteres Buch mit Fokus auf die Denk-Muster geschrieben: Dialectical Thinking for Leaders: A Primer

Laske primer 3D sq

Zu beziehen auch über die Website des Insituts:  http://interdevelopmentals.org/product/dialectical-thinking-for-integral-leaders-a-primer/

 

Jan de Visch hat auch ein Buch geschrieben, das sich maßgeblich mit den Denk-Mustern beschäftigt: Leadership: Mind(s) Creating Value(s).

visch leadership

Zu beziehen über seine Website: http://connecttransform.be/leadership-minds-creating-values/

 

Zusätzlich gibt es eine Dissertation von Iva Vurdelja: How Leaders think: Measuring cognitive Complexity in Leading Organizational Change: https://etd.ohiolink.edu/!etd.send_file?accession=antioch1309564744&disposition=inline

 

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Es ist mir ein Anliegen, mein Verständnis meiner Arbeit mit den Denk-Mustern zu beschreiben - warum nicht gleich über die 28 Denk-Muster?

 

1. alles fließt unaufhörlich

  • Mein Verständnis der Denk-Muster verändert sich laufend - hoffentlich stimmt die Richtung ...

2. Hereinnehmen von Nicht-A

  • Immer wieder neu integiere ich neue Ansätze - durch das Wieder-Lesen der Quelle, durch andere Lektüre und durch Reflexion von Praxis

3. Gegensätze, die A gebildet haben

  • Ich bewundere, wie Otto Laske die verschiedenen Elemente kunstvoll zu einem stimmigen Ganzen kombiniert hat:
    • Dialektik (Hegel, Adorno, Bhaskar),
    • Entwicklungspsychologie / kognitive Entwicklung (Kegan, Basseeches, King/Kitchener) und
    • Organisations-Soziologie (Jaques)
    • und viele mehr (Roger Martin, Nisbett, ...)
  • Durch meine Rezeption verliert sich sicher einiges an Tiefe - gleichzeitig kommen unweigerlich andere Elemente hinzu (Varga von Kibed, Frederic Vester, Ken Wilber, ...)

4. Muster von Interaktionen

  • Immer wieder - in der Vorbereitung auf herausfordernde Begleitungen / Beratungen schaue ich die Denk-Muster-Übersicht durch, blättere durch die Kärtchen ... und lasse mich "inspirieren" ... Faszinierend, wie nach Jahren immer neue Assoziationen auftauchen ... eine mir lieb gewordene Gewohnheit ... 

5. der Wissensprozess füllt Leerstellen

Die Denk-Muster haben einige meiner Leerstellen gefüllt - für mich und in der Arbeit mit meinen KlientInnen. SeminarteilnehmerInnen und KundInnen sagen Ähnliches über ihre Erfahrung mit den Denk-Mustern. Und wie es so ist mit Leerstellen: Oft merkt man sehr spät, welche Leerstellen eigentlich die ganze Zeit da waren ... wer weiß, auf welche ich noch drauf komme? 

6. Verflüssigen von substantivierten Prozessen

  • Ich ertappe mich dabei, "Denk-Muster" zu schreiben / zu sagen / zu denken, und dabei ein statisches "etwas" zu repräsentieren ... Um dann zu einem anderen Bild zu kommen ... eher 28 verschiedene Insekten mit ganz spezifischen Bewegungs-Mustern ... die um meinem Kopf herum sausen und die ich punktuell in meinen Kopf einladen ... das kommt dann schon eher hin ...

7. Prozess ist Teil von größeren Prozessen

  • Meine Beschäftigung mit Denk-Mustern ist Teil meiner größeren Bemühung, eine brauchbare Muster-Sammlung zusammen zustellen
  • Zusätzlich ist diese meine Beschäftigung wohl auch Teil meiner eigenen kognitiven Entwicklung 
  • und nicht zuletzt darf ich mit meiner Arbeit einen kleinen Beitrag leisten zur Entwicklung von Personen, Organisationen und ganz ein bisschen der ganzen Welt ... ;-)

8. A als Teil von größeren Kontexten

  • Die Denk-Muster sind Teil des Kontexts Otto Laske, seines Lebenswerks, des Interdevelopmental Insitutes, des sich weltweilt entwickelnden Netzwerks von Menschen, die sich mit den Dialectical Thought-Forms beschäftigen ...
  • Ein weiterer Kontext ist die weltweite Erforschung der menschlichen Entwicklungs-Psychologie: Piaget / Loevinger / Cook-Greuter / Kohlberg / Kegan / Joiner & Josephs ... und eben Otto Laske
  • Zusätzlich - und für mich zentral: Der eklatante Mangel an "guten" Leuten in Führungspositionen, die mit wachsender Dynamik / Komplexität umgehen können ...

9. das Gleichgewicht des Größeren Ganzen

Ich bemühe mich zu achten auf folgende (dynamische) Balancen:

  • Das Gewicht der Denk-Muster im Verhältnis zu den anderen Mustern der Muster-Werkstatt.
  • Das Empfangen von und das Zurück-Geben an Otto Laske 
  • Die Investition in die Muster-Entwicklung im Verhältnis zu meinen sonstigen unternehmerischen Tätigkeiten.
  • Der Zeitaufwand für Muster-Entwicklung (für das Business / für die "Welt) und meine Da-Sein in und für die Familie
  • Die Entwicklung meiner persönlichen Marke - Organisationsbegleiter UND Muster-Werkstatt / IntegralPatterns

10. Strukturen des Systems

  • Einerseits versuche ich die verschiedenen Muster-Sammlungen in klaren Strukturen auf muster.ws und integralpatterns.com darzustellen. Dazu gehört, dass ich hoffentlich klare wieder-erkennbare Formate verwende: Muster-Kärtchen, Grafiken, Toolbooks, Begleithefte, und Stück für Stück Videos und zusätzliches Material.
  • Darüber hinaus habe ich meinen Workflow über asana.com strukturiert ... tasks, projekte, ...
  • Wenn man will, ist auch die konzentrische Anordnung der 28 Denk-Muster - außen zu den 4 Quadranten dazu - eine Struktur, die (zumindest mein) Erfassen unterstützt.

11. Hierarchien in Systemen

  • Einerseits stehen die verschiedenen Muster der Muster-Werkstatt nebeneinander und sollten auch unabhängig voneinander nutzbar sein.
  • Ebenso sind die einzelnen Muster der 28 Denk-Muster hoffentlich auch einzelnen verwendbar.
  • Gleichzeitig gibt es eine grobe Klassifikation der Muster-Sammlungen in 3 Klassen, angelehnt an Spiral-Dynamics-Farben: Set Orange (rational), Set Grün (pluralistisch), Set Gelb ("integral"). Die Denk-Muster sind (natürlich) im gelben Set und nehmen auch hier eine zentrale Rolle ein. Sie sind auch die erste Muster-Sammlung, die als Box-Prototyp produziert wird.
  • Und natürlich hat auch der "Transformations-Quadrant" innerhalb der Denk-Muster eine hierarchisch spezielle Position.

12. die Stabilität des Systems

  • Das System der 28 Denk-Muster ist "stabil" durch die Veröffentlichung im Manual von Otto Laske und die beginnende Rezeption (zb de Visch).
  • In meiner Rezeption bemühe ich einerseits einen Beitrag zu leisten zur Lesbarkeit und Anwendbarkeit, dabei aber die Struktur der Quadranten, die Anordnung der Quadranten, die Anzahl und die Bezeichnung der Muster und nicht zuletzt die Bedeutung der einzelnen Muster stabil zu halten ... 
  • Die Stabilität meiner Beziehung zu meinen Mitmenschen und meinen KundInnen nicht zu vergessen: Nicht in jedem 2. Satz irgendein Muster einbauen und laufend andere belehren ...

13. Bedeutungs-Rahmen

  • Die Denk-Muster atmen natürlich den Geist der Hegelschen Dialektik und zusätzlich der Entwicklungs-Psychologie. 
  • Die zentrale Vorannahme - so scheint es mir: größere Komplexität mental verarbeiten können ist besser.
  • Dazu kommt mein persönlicher Bedeutungsrahmen (den offensichtlich einige andere teilen): Wir brauchen dringend für unsere Herausforderungen auf allen Ebenen (persönlich / Gemeinden / Organisationen / Staaten / Ökosysteme / ...) Menschen, die systemisch-dialektisch denken und handeln können. (Daher auch mein sense of urgency ...)

14. multiple Kontexte

  • s. 8.
  • Die Integrale Szene und Otto Laske scheinen in einem kritisch-konstruktiven Austausch zu stehen.
  • Was mich persönlich beschäftigt: Wie "halten" wir gute Leute in Österreich? Wir bekommen gar nicht so recht mit, wie viele gute Leute im Ausland studieren und nicht zurück kommen - London "saugt" gute Junge geradezu ab ... und meine Frage: Wie kann Österreich "spannender" werden? Kann Design Thinking (und die Denk-Muster) hier eine Rolle spielen?

15. getrennt und untrennbar

  • natürlich ist meine Arbeit untrennbar mit der von Laske verbunden, und damit indirekt mit der von seinen Quellen 
    - und gleichzeitig auch getrennt: vieles habe ich wohl nicht so verstanden, wie er es gemeint hat (sorry, Mr. Laske!)
  • die Denk-Muster sind natürlich auch ein integraler Bestandteile meiner gesamten Muster-Sammlung 
    - und dabei auch getrennt versteh- und einsatzbar

16. in Beziehung setzen

  • Meine Erfahrung ist, dass ganz neue Zugänge entstehen, wenn man die Herausforderungen von Menschen (und von mir) in Verbindung bringt einzelnen Denk-Mustern. Vera Birkenbihl würde von "Bisoziations-Material" sprechen ...
  • Zusätzlich ist es schön zu sehen, wie in meinem Kopf neue Erkenntnisse auftauchen, wenn verschiedene Muster-Sammlungen miteinander in Beziehung gebracht werden: zb Visualisierungs-Muster und die 28 Denk-Muster (s Eintrag dazu)

17. keine isolierten Einheiten

  • wie beschrieben - in den Denk-Mustern offensichtlich die Bezogenheit auf Otto Laske - und damit mit seinem weltweiten Netzwerk.
  • Ebenso bin ich natürlich untrennbar verbunden mit meiner Geschichte, meiner Sozialisation, meinem Herkunfts-Milieu
  • natürlich nährt sich mein Denken auch aus den vielen gelesenen Büchern ... 
  • Kann man immer sagen, wann ein Gedanke ein "eigener" ist, oder ein "nach-gedachter" - oder lässt sich das gar nicht unterscheiden?

18. Verbindungen zwischen Wertungs-Systemen

  • Otto Laske hat selbst Nisbett - The Geography of Thought - zitiert und mit seinem Werk verbunden. Denn das systemisch-dialektische Denken ist natürlich in vielen Aspekten dem "asiatischen Denken" (wenn man das so vereinfachend überhaupt sagen darf ...) näher als der westlichen "harten" aristotelischen Logik.
  • Und gleichzeitig ist die Beschäftigung mit deiner "Höher-Entwicklung" doch auch ein westlicher Zug? (Ja, auch im hinduistisch-buddhistischen Denken gibt es "Stufen" - Aurobindo, die verschiedenen Bardos ... - und doch scheint es mit weniger "Bewertung" abzugehen ...)

19. Strukturen in Beziehungen

  • Meine Nutzung des Werks von Otto Laske wird natürlich auch strukturell geregelt.
  • Wenn Sie auf meiner Website Material kaufen (online, als Box, ...) steigen Sie damit ein in eine "Struktur": Kunde / Dienstleister ... 

20. Muster in Beziehungen

  • Ich gehe noch nicht sehr lange mit den Mustern "nach außen" - entsprechend gibt es noch wenige "Muster in Beziehungen"
  • Und doch erinnere ich mich daran, dass gute Freunde ab einem gewissen Punkt die Augen übergedreht haben, wenn ich schon wieder mit "meinen Mustern" angefangen habe ... ich hoffe, ich bin in meiner "Evangelisation " anschlussfähiger geworden ... 

21. Konstitutive Beziehungen

  • Das Verhältnis Kinder / Eltern ist eines der typischen Beispiele für "konstitutive Beziehungen".
  • Meine großen Kinder kommen natürlich nicht "aus", wenn es um Muster geht: Denk-Muster, Stärken-Muster, ...

22. Grenzen der Stabilität

  • s. 12.
  • Die Stabilität meines / unseren Systems würde ich gefährden, wenn ich so viel Zeit und Geld in die "Muster-Sache" investieren würde, dass die Investition aufgehen muss, weil sonst ...
  • Entsprechend der Rat von guten Entrepreneurship-Beratern (zb Ash Maurya, Eric Ries): (Nur) so viel investieren, wie man verkraftet zu verlieren ... und dabei rasch Rückmeldungen einholen ... ich bemühe mich, mich daran zu halten

23. Wert des Konflikts

  • Grundsätzlich bemühe ich mich "mit dem Fluss der Energie" zu gehen und leichte Signale wie Kräftelinien zu lesen und entsprechend den Kurs anzupassen.
  • Und doch passiert es mir natürlich auch immer wieder, dass mein "Gewahrsein" getrübt ist und ich Konflikte brauche, die mit den Weg weisen ... weniger belehren, mehr zuhören, stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse des anderen ... im Konflikt selbst nicht lustig ... im Nachhinein die Einsicht und der Dank ... 

24. Entwicklungs-Potential

  • Einerseits sehe ich großes Potential in den 28 Denk-Mustern in der Schulung von BeraterInnen und Führungskräften, aber auch in der Auseinandersetzung mit "guten" SchülerInnen ab Erreichen der formal-operativen Stufe (hoffentlich ab 15 Jahren ...)
  • Andererseits glaube ich an das Potential der MusterWerkstatt und IntegralPatterns ... we will see ...

25. Transformierende Systeme bewerten und vergleichen

  • Vor 1996 -1998 nahm ich (noch recht jung) an NLP-Ausbildungen teil. Seit damals verfolge ich Aufstieg und Verfall der NLP-Bewegung. Fehlende Selbstkritik, messianische Ansprüche und mangelnde Glaubwürdigkeit charaktersieren die NLP-Geschichte ...
  • Seit vielen Jahren lese ich Ken Wilber und Umfeld ... und verfolge den Aufstieg der Bewegung ... und sehe viel ernst gemeintes Bemühen, Messianismus zu vermeiden und auch gegenüber den eigenen Heilsansprüchen kritisch zu bleiben.
  • Mit Hoffnung verfolge ich das Bemühen des Interdevelopmental Institutes, das wunderbare Werk von Otto Laske zu verbreiten und nutzbar zu machen.

26. Koordination von Systemen

  • Die Koordination von Berufs- und Privatleben ist für die meisten von uns eine Herausforderung, die gemäß einer Unterscheidung von Barry Johnson nicht "gelöst", sondern nur "bewältigt" werden kann.
  • Zusätzlich bemühe ich mich, meine Muster-Aktivitäten zu verbinden, aber nicht zu vermischen mit meiner Arbeit als Organisationsberater.
  • Dazu kommt die Koordination zwischen den deutschsprachigen Angeboten auf www.muster.ws und den englischen Angeboten auf www.integralpatterns.com: Es wird sich zeigen, was miteinander, was nebeneinander und was getrennt besser funktioniert ...

27. Offenheit und Selbsttransformation

  • Das System der 28 Denk-Muster ist an sich natürlich "abgeschlossen" - Wie käme ich dazu, es weiter zu entwickeln, wo ich mir nicht sicher sein kann, es vollständig verstanden zu haben?
  • Und gleichzeitig wird es nur dann "am Leben" bleiben, wenn Nachfolgende in ihrer Form das Material weiter transformieren und an immer neue Kontexte anpassen ... und dabei immer wieder Tiefenbohrungen machen und prüfen, ob sie nicht Wertvolles am Weg verloren haben ...

28. Integration von Perspektiven

  • Mein Anspruch an glaubwürdige Modelle und an glaubwürdige "Evangelisten" ist, dass sie bei aller Begeisterung fähig, die Grenzen ihres Systems zu sehen und bereit sind, die Ansprüche des Modells auf sich selbst und die eigene Praxis anzuwenden - und den zutage tretenden Gap zwischen Anspruch und Wirklichkeit anzuerkennen.
  • Entsprechend müssen wir uns gerade in der Verwendung der Denk-Muster die Frage stellen (und auch gefallen lassen): Wie verhindern wir, dass die Denk-Muster selbst ein ideologisches, geschlossenes System werden? Was müssen wir laufend "zuführen", um nicht zu versteinern und formalistisch zu werden? Humor und Demut können einmal nicht schaden ...